Die Ultras sind in jedem Verein gefürchtet, sind aber auch bei Bayer 04 Leverkusen ein wichtiger Bestandteil der Fanszene und haben immer wieder Impulse gebracht. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass das Bayer-Kreuz im Vereinswappen geblieben ist, und sie waren und sind für viele der Choreos verantwortlich, die den Verein so besonders machen.

Heute haben die Ultras sogar eine eigene Webseite und informieren andere Fans über ihre Sicht der Dinge. Die Leverkusener Ultras nehmen dabei kein Blatt vor den Mund, gehen aber mit sich selbst auch durchaus selbstkritisch um. Immer wieder gab es in der Ultra-Szene auch mehrere Gruppen, die aber meistens zusammenarbeiteten. Legendär war die Choreo, die die Gruppen-Supporter und Viking gemeinsam bei einem Spiel in München veranstalteten, nur mit roten und schwarzen Folien ausgestattet. Überhaupt versuchen die Ultras immer wieder, ihre eigenen Choreografien zu entwerfen und vor allem im C-Block umzusetzen. Dabei wollen sie die vereinseigenen Choreos nicht verhindern, sondern eher bereichern. Ihnen ist aber auch wichtig, dass solche Aktionen von den Fans kommen und nicht von der Marketingabteilung des Vereins vorgeschrieben werden.

Allerdings haben die Ultras auch eine Schattenseite, und die ist die Pyrotechnik. Diese ist in Stadien verboten, auch wenn sie natürlich am meisten Eindruck macht. Immer wieder waren es Ultras, die einen Sieg mit dem Abfackeln von Pyro feierten, und damit dann auch Stadionverbote ausgesprochen bekamen. Aber für manchen Ultra, nicht nur in Leverkusen, ist ein Stadionverbot fast schon eine Auszeichnung und Beweis der Treue zu seinem Verein.

Ultras sind heute vereinigt

Die Ultraszene von Bayer Leverkusen war in den 90er Jahren vor allem durch eine Zersplitterung gekennzeichnet, aber nach der Saison 1999/2000 fand man zusammen und gründete die gemeinsame Ultras Leverkusen-Bewegung, unter deren Dach sich die meisten Gruppen zusammenfinden. Zwar gibt es auch heute noch ein paar unabhängige Gruppen, aber diese sehen sich nicht als Konkurrenz. Vor allem wenn es um die Gestaltung und Durchführung der alternativen Choreografien geht, arbeiten alle Gruppen zusammen. Eine dieser Gruppen ist „Farbenstadtinferno“, die ihrem Namen mit ausgefallenen Choreografien immer aller Ehre machen. Der Name stammt aus der Zeit, in der Bayer vor allem ein Hersteller von Farben war, drückt aber auch aus, dass man einer Pyro nicht wirklich abgeneigt ist.

Die Leverkusener Ultras sind, auch wenn einige Mitglieder Stadionverbote haben, immer noch ein wichtiger Teil der Fanszene und auch immer in Gesprächen mit dem Verein und der Fanbetreuung. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist, helfen sich alle Beteiligten doch am Ende gegenseitig.